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Bis ins hohe Alter gesund bleiben

Lange Radtouren, Ausflüge mit den Enkeln, ein neues Hobby: Um bis ins hohe Alter fit zu bleiben, ist ein Zusammenspiel von körperlicher Aktivität und ausgewogener Ernährung wichtig. Auch wenn der Appetit im Alter oft schwindet, benötigen ältere Personen genauso viele Nährstoffe wie ein unter 65-Jähriger. Deshalb sollte auf die Auswahl und Menge der Speisen geachtet werden. Im Falle von ungewolltem Gewichtsverlust kann medizinische Trinknahrung für manche Senioren eine sinnvolle Unterstützung der Mahlzeiten sein.

Mahlzeiten geben dem Alltag Struktur. Sie bereiten dem Menschen Genuss und Freude, vor allem, wenn gemeinschaftlich gegessen wird. Auch im Alter sollten die Mahlzeiten möglichst abwechslungsreich und vielseitig bleiben. Je nach körperlicher Aktivität kann der Energiebedarf älterer Menschen unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise fällt er geringer aus, wenn sich ältere Menschen weniger bewegen. In der Folge nehmen auch Muskelmasse und Kraft ab. Dadurch benötigt die Person nicht mehr so viele Energielieferanten wie Kohlenhydrate und Fette. Jedoch bleibt der Bedarf an Eiweiß und Spurenelementen sowie Vitaminen und Mineralstoffen gleich oder steigt sogar an. Deshalb sollten Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte auf den Tisch kommen: Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukte, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte.

Kleine Tricks zum Appetit anregen Der Appetit ist im Alter oftmals nicht mehr so ausgeprägt wie in vorherigen Lebensphasen. Der Geschmack vieler Speisen nicht mehr so intensiv. Damit sich diese Einschränkungen nicht negativ auf die Gesundheit auswirken, sollten ein paar Dinge beachtet werden.
So ist allgemein bekannt, dass ein ansprechendes Aussehen, ein intensiver Geruch und Geschmack sowie kräftige Farben der Mahlzeiten den Appetit anregen. Beispielsweise schmecken mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen die Gerichte intensiver und zusätzlich regen sie die Speichelproduktion an. Wer kaum Appetit hat, sollte über den Tag verteilt kleine Portionen zu sich nehmen. Aber auch ein Spaziergang vor dem Essen und ein gemeinschaftliches Essen im Kreise lieber Menschen können den Appetit fördern.
Meist empfinden ältere Menschen weniger Durst. Ausreichend Flüssigkeit ist aber wichtig, um körperlich und geistig fit zu bleiben. Deswegen sollten ältere Personen immer wieder ans Trinken erinnert werden. Auch Zahnprobleme, Prothesen oder Entzündungen im Mundraum können den Appetit verderben und erfordern eine rasche zahnärztliche Behandlung. Mangelernährung verhindern Im Alter verändert sich auch der Magen-Darm-Trakt: Das Sättigungsgefühl tritt schneller ein und das Vitamin B12 sowie Mineralstoffe werden schlechter aufgenommen. Auch Medikamente können den Appetit verringern. Erhält der Körper jedoch nicht genügend Nährstoffe, besteht das Risiko einer Mangelernährung. Vor allem ältere und chronisch kranke Personen sind betroffen. Zunächst sind sie müde und antriebslos. Zu den ersten Anzeichen zählt aber auch eine schlechte Wundheilung, zum Beispiel Entzündungen im Mund und an den Lippen. Starker, ungewollter Gewichtsverlust innerhalb weniger Monate weist auch auf fehlende Nährstoffe hin. Wird die Mangelernährung nicht behandelt, kann sie das Immunsystem beeinträchtigen, Herz- und Lungenfunktionen stören oder den Heilungsprozess von Krankheiten erschweren.

Dem lässt sich mit nährstoffreichen Lebensmitteln, wie Fleisch, Fisch, Milch- und Milchprodukten sowie hochwertigen Pflanzenölen, Nüssen, Gemüse und Obst entgegen wirken. Eine ausgewogene Ernährung trägt in jedem Alter zum Erhalt der Gesundheit bei. Ist die Aufnahme von Lebensmitteln zum Beispiel nach einer Krankheit oder durch Schluckbeschwerden nicht mehr ausreichend, kann hochkalorische Trinknahrung helfen, die Nährstofflücken zu schließen. Mit ihr können zusätzlich zu den Mahlzeiten alle wichtigen Nährstoffe in kleinen Mengen aufgenommen werden. Ein Hausarzt berät über die genaue Dosierung. Stellt er ein Rezept für die medizinische Trinknahrung aus, werden die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Sport gut bei Demenz

Körperliche Bewegung fördert die Gedächtnisleistungen und beugt einer Demenzerkrankung vor. Eine aktuelle Studie untersucht, welcher Mechanismus dem positiven Effekt auf die kognitive Leistung möglicherweise zu Grunde liegt.
Bewegung hilft Gedächtnis auf die Sprünge

Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz, meist als Folge einer Alzheimererkrankung. In der Altersgruppe zwischen 56 und 70 Jahren sind 1 bis 5 Prozent der Menschen an Alzheimer erkrankt. Die Häufigkeit der Erkrankung verdoppelt sich in 5-Jahresschritten, so dass bei den 75- bis 80-Jährigen bereits bis zu 20 Prozent betroffen sind. Personen mit Demenz weisen eingeschränkte Gedächtnis- und Hirnleistungen wie Bewegungs- und Sprachstörungen auf, die ihnen einen selbstbestimmten Alltag oft unmöglich machen.

Neben dem Alter, Übergewicht, hohen Blutfettwerten und Rauchen schätzen Experten einen Mangel an Bewegung als sehr bedeutsamen Risikofaktor für Alzheimer ein. Eine mögliche Erklärung, wie Sport das Fortschreiten einer Demenz positiv beeinflussen kann, liefert ein Forscherteam um Fernanda De Felice von der Universität Rio de Janeiro. Die Wissenschaftler wiesen im Tiermodell im Bereich des Hippocampus, einem Gehirnareal mit zentraler Schaltfunktion, verminderte Mengen des Botenstoffes Irisin und seines Vorläuferproteins FNDC5 nach. Steigerten sie die Irisinkonzentration im Gehirn der Tiere, vernetzten sich deren Nervenzellen und Hirnabschnitte besser untereinander. Dieser Prozess bildet die Grundlage für Lern- und Erinnerungsvorgänge.
Muskelbewegung setzt Irisin frei
Über den Blutkreislauf und die Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) gelangt Irisin ins Gehirn, nachdem Muskelzellen es bei körperlicher Betätigung freisetzten. „Noch fehlt der Nachweis durch klinische Studien, aber der FNDC5/Irisin-Spiegel könnte ein […] Link zwischen Muskeln und Gehirn sein“, bewertet Prof. Richard Dodel, Lehrstuhlinhaber an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, die Studienergebnisse.

Auch andere Studien an älteren Teilnehmern mit und ohne kognitive Einschränkungen zeigten, dass regelmäßiges Training ihre Gedächtnisleistung und ihre Sprachkompetenz verbesserte. Dodel betont: „Diese […] Ergebnisse belegen, dass eine beginnende Demenz durch körperliche Aktivität positiv beeinflusst werden kann. Ob die Beeinflussung tatsächlich durch den FNDC5/Irisin-Mechanismus erfolgt […], lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Die positiven Effekte von Sport auf die Gedächtnisleistung sind insgesamt gut belegt, so dass wir jedem empfehlen, körperlich aktiv zu sein.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

12.06.2019 DGA | Quelle: apotheken.de / Simone Lang

Gefahr für Über-50-Jährige

Fernsehen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch hoher TV-Konsum wird immer wieder kritisch beäugt. Zu Recht, denn zu viel Fernsehen schadet dem Gehirn, zumindest gilt das für Menschen über 50 Jahren.
Je mehr Fernsehen, desto mehr geistiger Abbau

Wer über 50 Jahren alt ist und täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher sitzt, riskiert sein sprachliches Gedächtnis. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer sechsjährigen britischen Studie mit 3590 Senioren. Untersucht wurde der Zusammenhang von kognitiven Leistungen und Fernsehkonsum. Der schädliche Effekt ist dosisabhängig – je mehr TV-Konsum, desto stärker der Abbau des sprachlichen Gedächtnisses.
Missverständnisse vorprogrammiert

Doch das sprachliche Gedächtnis ist enorm wichtig, um sich in unserer heutigen Informationsgesellschaft zurechtzufinden. Wer damit Probleme hat, den erreichen sprachlich vermittelte Botschaften schlechter. In der Folge werden gesprochene Einladungen oder Aussagen schnell missverstanden. Betroffene fahren dann beispielsweisebei der Aufforderung „jetzt rechts abbiegen“ einfach geradeaus weiter, während sie mit einer Skizze den Weg gefunden hätten.
Neue Form einer Demenz?

Diese Studienergebnisse sind beunruhigend, da sich möglicherweise eine ganz eigene Krankheitsentität, die TV-bedingte Demenz, entwickelt, betont Professor Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.. Schon jetzt liege der durchschnittliche Fernsehkonsum bei etwa 3 Stunden. „Gerade ältere Menschen sollten, um lange geistig fit zu bleiben, von zu viel Fernsehschauen absehen, rät der Experte deshalb.

Quelle: Pressemeldung der DGN

Operation des Grauen Stars nicht zu lange hinausschieben

Wenn sich im Laufe des Lebens die Linse des Auges eintrübt, dann ist das ein schleichend fortschreitender Vorgang. Viele Patienten sind unsicher, wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist. Dr. Werner Bachmann vom Ressorts Ophthalmochirurgie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt Hinweise.

Die mit der Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt) verbundenen Veränderungen des Sehvermögens nehmen die Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahr: Das Farbensehen verändert sich, die Sehschärfe leidet und man fühlt sich leichter geblendet. Mit einer Operation, bei der die trüb gewordene Linse durch ein Kunststoff-Implantat ersetzt wird, lässt sich der Graue Star heilen.
Subjektives Empfinden ist entscheidend

Solange sich die Betroffenen durch die Linsentrübung in ihrem täglichen Leben nicht beeinträchtigt fühlen, besteht kein Grund, zu handeln. Wichtig ist, wie die Patienten selbst es empfinden. Wer regelmäßig Auto fährt, sollte allerdings den subjektiven Eindruck „Ich sehe doch noch ganz gut“ kritisch hinterfragen. Und spätestens, wenn man sich selbst im Straßenverkehr nicht mehr sicher fühlt, wenn man bei schlechten Lichtverhältnissen leicht geblendet wird, dann sollte man mit dem Augenarzt darüber reden.

Keinesfalls ist es notwendig, abzuwarten, bis eine schwere Beeinträchtigung des Sehvermögens vorliegt. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass mit dem Nachlassen des Augenlichts das Risiko für Unfälle steigt – man stürzt leichter, da man Hindernisse nicht wahrnimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass nach einer Staroperation das Risiko zu stürzen geringer ist. Der Eingriff verbessert nicht nur die Lebensqualität – sie kann auch das Leben verlängern.
Sicheres Operationsverfahren

Dank moderner Verfahren ist die Staroperation heute ein sehr sicheres Verfahren, nur selten treten Komplikationen auf. In den meisten Fällen kann sie ambulant ausgeführt werden – das heißt, dass die Patienten noch am Tag des Eingriffs wieder nach Hause zurückkehren können.

Dr. Bachmann rät älteren Menschen, die Gesundheit ihrer Augen regelmäßig beim Augenarzt überprüfen zu lassen – denn auch andere Krankheiten, die das Augenlicht bedrohen, treten vor allem im höheren Lebensalter auf. Dazu gehören das Glaukom (Grüner Star) und die Altersabhängige Makuladegeneration. Wenn aber ein Grauer Star die Ursache für Probleme mit dem Sehen ist, gibt ein Beratungsgespräch mit dem Augenarzt Zuversicht und Sicherheit. Dabei werden neben dem Zeitpunkt der Operation alle wesentlichen Gesichtspunkte des Eingriffs erläutert.



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