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Schwindel im Alter

Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen sind typische Beschwerden, die mit zunehmendem Alter häufiger werden. Mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen und etwa die Hälfte der 75-Jährigen leiden an unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Schwindel. Die Ursachen sind vielfältig – ein Problem kann die hohe Anzahl an Arzneimitteln sein, die im Alter oftmals eingenommen werden.

Darunter sind viele Wirkstoffe, die zu unerwünschten Effekten wie beispielsweise Schwindel führen. Arzt und Apotheker sind bei der medikamentösen Therapie älterer Menschen deshalb besonders gefordert und sollten die Medikamentenliste auf Wirkstoffe hin überprüfen, die im Verdacht stehen, Schwindel hervorzurufen. Eventuell ist es dann möglich, auf ein anderes Medikament auszuweichen. Eine Broschüre der Deutschen Seniorenliga erläutert, welche Risiken die Multimedikation insbesondere für Ältere mit sich bringt. Der kostenlose Ratgeber erklärt leicht verständlich, was Ärzte und Patienten gemeinsam tun können, damit die Therapie nicht nur wirksam, sondern auch sicherer wird.
Risiken der Multimedikation

Eine Tablette gegen Gelenkschmerzen, eine zur Behandlung der Herzinsuffizienz und dann noch die Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels und des Augeninnendrucks. Addiert man die rezeptfreien Medikamente gegen Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hinzu, von denen der behandelnde Arzt oftmals gar nichts weiß, ergibt das eine im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregende Anzahl an Arzneimitteln. Entsprechend hoch ist das Risiko für unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen, zumal sich die Nebenwirkungen der einzelnen Präparate zu einem gravierenden Gesamteffekt aufaddieren können. Die Folgen können Verwirrtheit, verzögerte Reaktionen und eben auch Schwindel bedeuten. Umso wichtiger ist bei einer sogenannten Multimedikation, dass Arzt, Apotheker sowie der ältere Patient und seine Angehörigen, den Überblick über alle einzunehmenden Medikamente haben und sich intensiv abstimmen.
Problematische Schwindelpräparate

Auch einige Medikamente gegen Schwindel, im Fachjargon Antivertinigosa genannt, haben zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Benommenheit und sind aufgrund möglicher Wechselwirkungen für ältere Menschen nicht gut geeignet. Sie sollten daher nur kurzfristig eingesetzt werden. Für eine längerfristige Therapie unter ärztlicher Beratung sind natürliche Wirkstoffe eine Alternative. Diese sind in der Regel gut verträglich und machen nicht müde. Außerdem können die natürlichen Arzneimittel oftmals in Kombination mit anderen Medikamenten und nach Rücksprache mit dem Arzt auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Kostenloser Ratgeber

Die Broschüre „Medikamente richtig einnehmen – Risiken von Neben- und Wechselwirkungen vermeiden" kann angefordert werden bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.medikamente-im-alter.de

22.08.2019 DGA | Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.

Pflegende Angehörige: Konzept des Pflegedarlehens ist gescheitert

Berufstätige pflegende Angehörige haben einen Rechtsanspruch auf eine zehntägige Auszeit vom Job, in der die Pflegeversicherung ein Unterstützungsgeld zahlt. Zudem können sie eine bis zu sechsmonatige Freistellung von der Arbeit nutzen. Seit 2015 können sie zur Finanzierung dieser Pflegezeit ein zinsloses Darlehen beantragen. Dieses staatliche Angebot wird aber kaum in Anspruch genommen. Hierzu erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:

„Das Konzept der Darlehensregelung bei den Pflegezeiten ist gescheitert. Kein Mensch nimmt einen Kredit, um weniger arbeiten zu müssen und dafür Angehörige zu pflegen. Die Regelung geht an den Bedürfnissen der 360.000 berufstätigen pflegenden Angehörigen vorbei. Denn seit jetzt vier Jahren wurden nur 921 Darlehen genommen, um sich für die Pflege von der Arbeit freistellenzulassen. Gerade einmal 200 Darlehen pro Jahr sind eine traurige Bilanz und ein Armutszeugnis für die Politik. Doch weder die Familienminister Giffey noch Gesundheitsminister Spahn wollen daran aber nichts ändern. Obwohl eine Freistellung vom Beruf für viele pflegende Angehörige extrem wichtig ist. Schließlich haben im Jahr 2017 rund 82.000 pflegende Angehörige eine mehrmonatige Auszeit vom Beruf genommen, um einen Angehörigen zu pflegen. Im gleichen Jahr wurden aber nur 187 Darlehen beantragt. Auch lagen die Ausgaben des Bundes für die Pflegedarlehen im vergangenen Jahr bei gerade einmal bei 750.000 Euro. Es braucht endlich eine echte Entlastung für pflegende Angehörige. Beruf und Pflege lassen sich nur dann vereinbaren, wenn es für pflegende Angehörige eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung ähnlich dem Elterngeld gibt. Giffey und Spahn müssen jetzt handeln und ein solches Pflegezeitgeld auf den Weg bringen.“

20.08.2019 DGA | Quelle: Deutsche Stiftung Patientenschutz

Digitale Kompetenz von Senioren steigern

Einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stitung zufolge trauen sich über 65-Jährige in Deutschland selten ins Netz. Die Mehrheit der Älteren ist unsicher im Umgang mit dem Internet und der digitalen Welt. Dabei ermöglicht gerade das Internet Senioren die Möglichkeit zur Unabhängigkeit. Die Deutsche Seniorenliga unterstützt und fördert bereits seit 20 Jahren die Medienkompetenz der 50plus-Generation.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Internet gar nicht. Die Gruppe der „Offliner“ besteht zu 75 Prozent aus über 65-Jährigen. „Dabei bietet die digitale Technik zahlreiche Möglichkeiten, um das Leben im Alter zu erleichtern“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. So könnten Senioren über das Internet beispielsweise Waren des täglichen Lebens bequem nach Hause bestellen, aber eben auch mit Freunden und der Familie kommunizieren. „Und mit digital unterstützten Pflegeangeboten wird es für ältere Menschen leichter, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu wohnen und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, so Hackler.

„Unabhängig vom Lebensalter müssen deshalb alle Zugang zum Internet erhalten. Das geht aber nur mit entsprechenden Computer-Kenntnissen", so Hackler. In Sachen digitale Kompetenz fühlen sich viele Deutsche im Rentenalter jedoch abgehängt. Erhard Hackler fordert deshalb Gemeinden und Kommunen auf, Infrastrukturen zur Erlangung von Medienkompetenzen für Senioren aufzubauen und bestehende stärker zu unterstützen. Aber auch Hersteller und Anbieter sollten sich auf die älteren Kunden einstellen: „Dabei wäre es beispielsweise auch wichtig zu vermitteln, welchen Mehrwert eine im Internet angebotene Dienstleistung tatsächlich bringt.“ Denn sobald Ältere den für sie zusätzlichen Nutzen erkennen, sind sie fast euphorisch. Die Anbieter aus Wirtschaft und Handel sollten also im eigenen Interesse wesentliche Produktinformationen und Vorteile deutlicher kommunizieren, so Hackler: „Ein großes Potenzial interessierter und kaufkräftiger Best-Ager liegt bisher schlichtweg brach!“

15.08.2019 DGA | Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.

Sommerhitze: Tipps zum Schutz älterer und pflegebedürftiger Menschen

Heiße Tage und Nächte sind für ältere Menschen ein hohes gesundheitliches Risiko. Das gilt besonders bei Pflegebedürftigkeit. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher Hinweise für Angehörige zusammengestellt, um pflegebedürftige Menschen vor Hitzefolgen zu schützen.

In Folge des Klimawandels rechnen Forscher mit einer Zunahme von Wetterextremen, die sehr hohe Tagestemperaturen und tropische Nächte regelmäßig nach Deutschland bringen. Besonders städtische Ballungsräume heizen sich dann stark auf. Nun steht die nächste Hitzewelle vor der Tür - und damit erhebliche gesundheitliche Risiken für ältere Menschen. Viele von ihnen sterben jedes Jahr an den Folgen hoher Temperaturen, auch weil sich der Körper im Alter schlechter an solche Umweltbedingungen anpassen kann.

"Hitze ist insbesondere für ältere pflegebedürftige Menschen gefährlich. Bei ihnen kommt es schnell zu bedrohlichem Flüssigkeitsmangel. Denn oftmals trinken sie auch bei großer Wärme nicht genug: Sei es, weil sie wenig Durst haben oder zu wenig Hilfe erhalten", erklärt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin beim Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Hinzu kommt, dass ältere Menschen manchmal nicht richtig schwitzen. Dadurch steigt die Körpertemperatur. "Schwitzen kühlt den Körper. Wenn die natürliche Klimaanlage ausfällt, drohen wir zu überhitzen", so Sulmann weiter. Andererseits kann wiederum vermehrtes Schwitzen, Trinken oder Wasserlassen - etwa aufgrund von Medikamenten - den Wasser-Salz-Haushalt im Körper verändern. Als Folgen der Hitzebelastung kann es unter anderem zu Kreislaufproblemen kommen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Bei hohen Temperaturen sind besonders pflegebedürftige Menschen gefährdet, die allein wohnen und keine umfassende oder fachlich angemessene Versorgung haben. Etwa 1,8 Millionen pflegebedürftige Menschen leben in Deutschland zuhause ohne Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes. Aber selbst wenn solche Dienste eingebunden sind, sind sie in aller Regel nur kurz bei ihren Klienten. Zusätzliche ambulante Pflegeleistungen während Hitzewellen können organisatorisch häufig nicht realisiert werden. Darum ist es wichtig, dass Angehörige, Nachbarn oder Bekannte mit einem Bewusstsein für die besondere Situation unterstützen. Hierzu sind Aufklärung über hitzebedingte Risiken notwendig sowie konkrete Informationen, was zum Gesundheitsschutz von pflegebedürftigen Menschen getan werden kann.

Das ZQP hat darum wichtige Präventions-Tipps gegen Belastungen an heißen Tagen zusammengestellt. Sie richten sich vor allem an pflegende Angehörige. Aber auch alle anderen, die mit pflegebedürftigen Meschen zu tun haben, sollten wissen, wie sie helfen können. "Bei großer Hitze sollte jeder besonders aufmerksam auf ältere, vor allem pflegebedürftige Menschen achten", so Sulmann. "Bieten Sie vermehrt Getränke an. Erinnern Sie immer wieder ans Trinken und unterstützen Sie, wenn nötig." Laut Sulmann kann es hilfreich sein, ein Trink-Protokoll zu führen. Getränke sollten mineralstoffreich sein. Natriumhaltiges Wasser und isotonische Getränke sind zum Beispiel gut geeignet. Die Getränke sollten nicht besonders gekühlt werden. Denn der Körper strengt sich dabei an, wenn er diese wieder auf Körpertemperatur erwärmt. Bei Trinkmenge und Getränkewahl müssen jedoch ärztliche Empfehlungen beachtet werden, zum Beispiel wenn Herz- oder Nierenerkrankungen vorliegen. Außerdem ist es wichtig, Überhitzung vorzubeugen: Sulmann rät, an heißen Tagen Türen und Fenster tagsüber möglichst geschlossen zu halten und die Räume abzudunkeln. Hilfreich kann auch etwas Abkühlung über die Haut sein, etwa eine Stirn-Auflage mit einem kühlen Waschlappen, kühlende Körper-Lotion oder ein Fußbad. Und nicht zuletzt appelliert Sulmann: "Zögern Sie nicht, im Zweifel ärztliche Hilfe zu rufen, etwa wenn Schwindel und Schwäche auftreten. So können Sie helfen, pflegebedürftige Menschen vor Hitzefolgen zu schützen."

Alle Tipps und weitere Informationen zum Thema stehen auf dem werbefreien ZQP-Internetportal Prävention in der Pflege unter www.pflege-praevention.de kostenlos zur Verfügung.



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